Unsere Position zum Baugebiet
Herzlich Willkommen auf den Seiten der Bürgerinitiative `Buchwald´.
Wir sind eine unabhängige Bürgerinitiative, die sich gegen die Bebauung des Buchwaldgebietes wehrt.
Auf unseren Seiten möchten wir Sie informieren über das, was am Buchwald geplant ist und über die Auswirkungen für unsere Stadt und für Sie als Bürger von Aulendorf.
Am Buchwald soll eine Wiesen- und Ackerflächefläche von 4 ha dauerhaft versiegelt und der Natur und Landschaft um Aulendorf entzogen werden.
Ungeachtet der Tatsache, dass der Klimawandel längst da ist und kein Problem der Zukunft ist wollen Bürgermeister Burth und der Gemeinderat die Bebauung in unserem Naherholungsgebiet humusreiche Böden der höchsten Qualitätsstufe (sogenannte Vorrangsflur) opfern, um die Wohnungsprobleme zu lösen. Es gibt bisher keinen Flächungsnutzungsplan für das geplante Baugebiet.
Durch den Klimawandel sind Nahrungsmittelsicherheit, Ökosysteme, Infrastruktur und die Wirtschaft bedroht. Die Anpassung an den Klimawandel kostet sehr viel Geld. Umso wichtiger ist der natürliche Klimaschutz durch Bewahrung von nicht bebauten Flächen und Böden. Die Natur muss zum "Verbündeten beim Klimaschutz" werden, wie es von Bundesumweltminister Carsten Schneider 2025 verkündet wurde (s. bundesumweltministerium.de s PDF)
Die Bedeutung nicht versiegelter Flächen müsste im Dürresommer allen Verantwortungsträgern der Stadt endlich bewusst geworden sein. Versiegelung wirkt wie ein Brandbeschleuniger bei Klimaveränderungen: sinkende Grundwasserstände, überhitzte Ortskerne, Verlust von Biodiversität. Regenwasser muss dort versickern, wo es anfällt und den Grundwasserspiegel anheben. Böden können als natürliche Wasserspeicher Auswirkungen der Klimakrise wie Trockenheit, Starkregen und Überschwemmungen abmildern.
Hochwertige Böden zu zerstören bedeutet die Vernichtung unserer Nahrungsgrundlage. Ohne landwirtschaftliche Flächen kein regionales Essen!
Wiesen und Ackerböden tragen zur Co2-Absorption und damit zum Klimaschutz bei.
Dem Klimaschutz kann nicht genug Bedeutung beigemessen werden.
Es geht um unser aller Leben und Überleben !
Der Naturschutz wird mit Füßen getreten. Die im und am Buchwald beheimateten Tiere werden zurückgedrängt und verlieren ihren Lebensraum. Die Böden selber sind ein sehr artenreicher Lebensraum. Die fleißigen Bodenbewohner arbeiten zusammen, damit Humus im Boden entsteht. Dieser speichert wiederum Wasser.
Böden sind natürliche Wasserspeicher. Sie können Auswirkungen der Klimakrise wie Trockenheit , Starkregen und Überschwemmungen abmildern, wenn sie nicht versiegelt und verdichtet sind.
Umweltverbände kritisieren schon lange, dass in den Kommunen zu viel Fläche versiegelt wird.
Und nicht zuletzt: das Buchwaldgebiet ist das beliebteste Naherholungsgebiet der Aulendorfer, einzigartig wegen des unmittelbaren Anschlusses an unseren schönen Stadtpark, einzigartig, da ohne Auto von der Stadt aus erreichbar, einzigartig wegen der herrlichen Aussicht auf das Schussental und die Alpen, einzigartig wegen der Ruhe und guten Luft.
Zitat Bürgermeister Burth am 9.6.26 gegenüber der Schwäbischen Zeitung: "Das Baugebiet hat eine tolle Lage. Gleich im Wald und in der Natur."
Gerade während der Pandemie haben viele Menschen ihr eigenes Wohnumfeld und die Erholungsräume, die zu Fuß oder mit dem Rad zu erreichen sind, besonders schätzen gelernt.
Dieses grüne Band vom Stadtpark bis zum Buchwald würde durch eine Bebauung durchschnitten, der Blick auf den Wald würde verschandelt und die landschaftliche Wertigkeit des Stadtparks würde gemindert werden.
Wir wissen um den Wohnungsmangel allerorten. Es muss ohne Zweifel Wohnraum geschaffen werden. Aber gleichzeitig müssen auch die Grünflächen erhalten werden. Beides schließt sich nicht aus.
Gerade Aulendorf hat noch viel Potenzial zur Entwicklung der Innenstadt. Es gibt leerstehende, zum Teil verfallende Häuser, bisher ungenutzte Aufstockungsmöglichkeiten und vor allem sofort bebaubare freie Flächen. Über die städtebaulichen Alternativlösungen finden Sie unsere Erläuterungen auf der Seite Alternativen.
Das Buchwaldgebiet ist sowohl landschaftlich als auch landwirtschaftlich das Aulendorfer „Tafelsilber“. Und dieses opfert man immer zuletzt, wenn alle Alternativen ausgeschöpft sind!
Bitte schauen Sie dazu auch in die Bildergalerie.
Was bisher geschah
Ab 2019 wurde von BM Burth und dem Gemeinderat die Planung des 4 ha großen Neubaugebiets am Buchwald betrieben, ohne die Bürger in den Entscheidungsprozeß einzubeziehen. Sie wurden lediglich in einer Informationsveranstaltung am 16.01.2020 über einen bereits fertigen Bebauungsplan mit Ein- und Zweifamilienhäusern informiert. Das Bauprojekt sollte nach dem Bauparagraphen 13b im beschleunigten Verfahren , d.h. ohne Umweltgutachten, realisiert werden.
Die von unserer Bürgerinitiative vorgelegten 400 Unterschriften von Aulendorfern und Gästen gegen das Baugebiet im März 2022, ein langes Gespräch mit Bürgermeister Burth und den Fraktionsvorsitzenden des Gemeinderats im April 2022 sowie eine von uns organisierte Veranstaltung in der Stadthalle Aulendorf zum Thema Flächensparen im Oktober 2022 haben leider bei den Mandatsträgern kein Umdenken bewirkt. Es kam im Dezember 2022 zur ersten Offenlegung.
Der Bauparagraf 13b wurde schließlich im Juli 2023 vom Bundesverwaltungsgericht für rechtswidrig erklärt. Das Bauvorhaben konnte auf diesem Wege nicht weiterbetrieben werden.
Am 1.7.2024 haben Bürgermeister Burth und der Gemeinderat dafür gestimmt, das Bebauungsplanverfahren im Rahmen des Regelverfahrens in zwei Bauabschnitten wieder aufzunehmen, obwohl sich die wirtschaftlichen Bedingungen in Deutschland verschlechtert haben, Bauplätze wegen der gestiegenen Baukosten für Einfamilienhäuser schwerer verkäuflich geworden sind und der Klimawandel immer klarer vor Augen führt, dass auch wir uns auf immer mehr Dürren und Starkregen einstellen müssen. Schwammflächen müssen daher dringend erhalten werden. Auch Waldbrände sind mittlerweile Realität in Deutschland geworden und stellen das Baugebiet im Abstand zu 40m zu einem Wald, der vorwiegend aus Fichten besteht, in Frage.
Wir und immer mehr Bürger machen sich Sorgen um unsere Zukunft in Zeiten des Klimawandels und fühlen uns verantwortlich für die nachhaltige Weiterentwicklung unserer Stadt.
Unsere Kinder und Enkelkinder werden uns eines Tages fragen: was habt ihr für die Bewahrung der Natur und gegen ihre Zerstörung getan? Warum hat Aulendorf gegen die Zeichen der Zeit gehandelt?
Erneut haben Bürgermeister und Gemeinderäte die Bürger von der Entscheidung , ob das Bauprojekt Buchwald in der geplanten Form und zum jetzigen Zeitpunkt noch sinnvoll und wirtschaftlich ist , ausgeschlossen. Es fanden bereits mehrfache Umplanungen statt. Es sollten bei der Offenlegung drei Mehrfamilienhäuser und dafür etwas weniger Einfamilienhäuser geschafffen werden. Auf die Eingabe des Landratsamtes wurden zuletzt 2024 zwei weitere Mehrgeschossbauten eingeplant, um die vorgeschriebene Mindesteinwohnerdichte pro Hektar zu erreichen. Im Laufe der Jahre mussten auch die Retentionsbecken immer größer geplant werden. Es gab Gutachten zu den Themen Niederschlagsentwässerung, Artenschutz, Lärm und Boden.
Vom Ingenieurbüro Kapitel wurden im Bebauungsplan vom 1.7.24 für die Erschließung ohne das geplante Nahwärmenetz Kosten von 5,5 Mio.€ berechnet. Damit steht fest: hier entstehen keine preiswerten Mietwohnungen, für die der Bedarf am größten ist.
Wir sind der Meinung, dass für ein solch großes und zunehmend teures Baugebiet die Bürger in die Entscheidungsfindung einbezogen werden müssen . Schließlich sind es die Aulendorfer Einwohner, die die Folgen der Bebauungsentscheidungen tragen müssen.
Wir kämpfen weiter für den Erhalt des Buchwaldgebietes als Naherholungsgebiet und landwirtschaftliche Fläche. Es lohnt sich!
Je mehr wir sind, umso mehr können wir erreichen.
Wenn wir Ihr Interesse geweckt haben, schauen Sie bitte auf unsere weiteren Seiten: Fakten und Alternativlösungen.
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